Gedenkstättenfahrt im Dezember 2025
Vom 7. bis 13. Dezember 2025 fand die Gedenkstättenfahrt des Leopold-Hoesch-Berufskollegs (LHB) nach Oswiecim (Auschwitz) und Krakau in Polen statt. 16 Auszubildende nahmen an der sechstägigen Reise teil, um sich intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Viele Teilnehmende begründeten ihre Motivation persönlich: „Um aus der Geschichte zu lernen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten“, „um es selbst einmal gesehen zu haben, wie systematisch Menschen so unmenschlich sein konnten“ und „um zu wissen, warum sich die Geschichte nicht wiederholen sollte“.
Stammlager Auschwitz I
Die Besichtigung des Stammlagers hinterließ tiefe Eindrücke. In der abendlichen Reflexion beschrieben die Auszubildenden sie als „eindrucksvoll, beeindruckend, grausam, gruselig, unmenschlich und unfassbar“. Besonders nachhaltig wirkten die Kinderzeichnungen, die Impressionen aus dem Lageralltag einfangen und das Grauen aus der Sicht der jüngsten Opfer widerspiegeln.
Auschwitz II – Birkenau
Am Folgetag besichtigten wir Auschwitz II-Birkenau und wurden mit dem industriellen Ausmaß der Vernichtung konfrontiert. Die Teilnehmenden hielten ihre Eindrücke abends in Zeichnungen fest, die den Ort surreal und beklemmend erscheinen lassen.
Kunstausstellung von Marian Kołodziej
Der Auschwitz-Überlebende Marian Kołodziej hat seine Erlebnisse in der Ausstellung künstlerisch festgehalten. Die Werke zeigen auf bedrückende Weise Leben, Sterben und seltenes Überleben im Lager – und wie manche Häftlinge trotz allem Hoffnung bewahrten. Ein Albtraum in Bildern, die zeigen, dass dieser beklemmenden Wirklichkeit war.
Zeitzeugengespräch
Frau Rena Rach wurde im KZ Auschwitz II geboren und berichtete von ihrer Geschichte und der ihrer Mutter. Die bleibenden Wunden – gesundheitlich und sozial – zeichnen ihr Leben bis heute. Sie war als Baby geprägt, mit einer tätowierten Nummer und durch mögliche medizinische Experimente an ihr. Ihre Mutter konnte ihr kaum Liebe zeigen, da sie alles opferte, um sie zu schützen.
Krakau
Nach der Konfrontation mit so viel Leid bot Krakau eine Erholung. Die Gruppe erhielt Einblicke in das damalige und heutige jüdische Leben sowie die kulturelle Schönheit der Stadt als UNESCO-Weltkulturerbe.
Ein herzlicher Dank gilt den Unternehmen, die ihren Auszubildenden die Teilnahme zeitlich und finanziell ermöglichten – insbesondere der Firma Murtfeldt, die dies gleich mehreren ihrer Auszubildenden ermöglichte. Ebenso danken wir den teilnehmenden Auszubildenden für ihre hohe Bereitschaft, sich mit den Verbrechen des NS-Regimes auseinanderzusetzen.
René Vinnepand & Mike Jäger
